Stützkorsett/Lumbalorthese für LWS
Diskutiere Stützkorsett/Lumbalorthese für LWS im Physiotherapie - Therapiemethoden Forum im Bereich Physiotherapie; Hallo, ich bin neu auf dieser Seite und hoffe, dass mir hier einer helfen kann. Zuerst muss ich sagen, dass ich eine stark verformte Wirbelsäule
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29.10.2011, 05:06
Stützkorsett/Lumbalorthese für LWS
#671
Hallo,
im Prinzip ging es mir heute genauso wie gestern Abend. Die Rückenschmerzen im unteren Bereich waren weitestgehend konstant, aber dennoch macht mich dieser intensive Dauerschmerz inzwischen total mürbe.
Die Depressionen sind ganz schlimme Stimmungsschwankungen, völlig unberechenbar, ich habe selber im Moment auch keinen Einfluss mehr darauf. Zum Teil genügt es, wenn ich "irgendwo" ein "Stichwort" höre, egal ob von einer Person, im Fernsehen oder zufällig von fremden Menschen (wenn ich beim Vorbeigehen zufällig "Gesprächsfetzen" aufschnappe) oder auch nur Gedanken, die mir ganz plötzlich einfallen, damit mir mal wieder die Tränen kommen, egal in welcher Situation ich mich gerade befinde, auch in der Stadt oder beim Einkaufen. Kurze Zeit später (ein paar Minuten) geht es mir wieder gut und ich kann über irgendwelche Sprüche, Kommentare oder Situationskomik total loslachen (ja, auch Lachen tue ich hin und wieder immer noch, auch heute mehrmals), aber beim kleinsten "falschen" Wort oder Gedanken fließen die Tränen dennoch sofort wieder. Dieses Auf und Ab finde ich ganz schrecklich.
Heute Nachmittag war ich mit meiner Freundin verabredet und auch bei ihr hatte ich es nicht besser unter Kontrolle. Über ein paar Sprüche und Situationen musste ich Lachen, aber ansonsten liefen immer mal wieder die Tränen. Aber ich muss sagen, dass sie vorhin eine ziemlich gute Menschenkenntnis hatte. Es kam ein paar Mal vor, dass sie einen Satz anfing und als sie meinen "Zustand" bemerkte (dass ich schon wieder mal kurz davor stand, in Tränen auszubrechen), fand sie geschickt eine "Kurve" zu einem anderen Thema (z. B. Thema Essen gehen, welches Restaurant ich ihr empfehlen würde), so dass ich in diesem Moment auf völlig andere Gedanken gebracht worden bin und mich direkt wieder unter Kontrolle hatte.
Auch sie konnte anfangs nicht verstehen, weshalb ich das Institut wechseln will, aber je öfter ich das gefragt werde und umso intensiver ich darüber nachdenke, desto mehr Situationen fallen mir ein, was dort schon alles schief gelaufen ist, zum Teil sehr gravierende Sachen. Die meisten hätten mit Sicherheit schon längst das Institut gewechselt oder aber sich massiv darüber beim dortigen Chef beschwert (mal wieder nach dem Motto "Mund aufmachen"). Aber das ist nicht mein "Ding". Bevor ich mich, wenn es irgendwelche Probleme oder Schwierigkeiten gibt, an einen "Chef" wende, egal ob von anderen Personen, die einen Fehler gemacht haben, oder an meinen eigenen, dafür muss wirklich sehr viel passieren. "Chefs" im Allgemeinen sind für mich halt sehr große Respektpersonen und bevor ich zu einem renne und den Mund aufmache, da "schlucke" ich lieber alles runter bis es dann allerdings in manchen Situationen auch zu spät sein kann, so wie es jetzt im Institut der Fall ist, so dass es dann zum ganz großen Knall kommt und im Prinzip nichts mehr zu retten ist. Aber so bin ich nunmal vom Charakter her und ich glaube auch nicht, dass ich mich diesbezüglich irgendwann mal ändern werde.
Wenn in diesem Institut etwas schief gegangen ist, dann habe ich grundsätzlich niemals an mich und meine Rechte gedacht (dass ich für die Behandlung dort bezahle), sondern immer nur daran, dass ich nicht wollte, dass die betreffende Person deswegen Ärger bekommt und habe immer geschwiegen und alles hingenommen. Ich stelle mich selber grundsätzlich "zurück", Hauptsache die anderen Menschen sind zufrieden und bekommen "wegen mir" keinen Ärger, obwohl sie ja theoretisch, wenn sie einen Fehler gemacht haben, dafür selber Schuld gewesen wären. Aber so bin ich nunmal, ich will nicht, dass Andere wegen mir Ärger bekommen und deswegen habe ich die ganze Zeit über alles verschwiegen, was im Rahmen meiner Behandlung (mit den Terminen und der Organisation) dort schon schief gegangen ist. Wenn es nach meiner Mutter und meinem Freund gegangen wäre, dann hätte ich schon vor rund einem Jahr das Institut gewechselt. Deren Glück war halt, dass ich im großen und ganzen ein sehr großer "Gewohnheitsmensch" bin und bisher ja auch mit meinen Therapeuten sehr gut klargekommen bin, dafür habe ich manche Probleme sehr gerne "geschluckt" bzw. verschwiegen. Aber irgendwann ist bei jedem Menschen die Grenze erreicht und es wird Zeit, dass man aus diesem "Gewohnheitstrott" mal ausbrechen muss. Ja, und dieser Zustand ist bei mir nun erreicht.
Die größte Angst habe ich im Moment davor, dass der "Übergang" zu einem neuen Institut nicht so richtig klappt, also dass auch die neuen Therapeuten zunächst zu ängstlich bei mir sind und deswegen meine Schmerzen wieder deutlich verstärkt werden könnten. Das merke ich ja schon bei meinem derzeitigen Physiotherapeuten. Er ist mit mir völlig überfordert und überlegt regelrecht (laut denkend) von Übung zu Übung, was er als nächstes mit mir machen könnte. Dadurch sind es natürlich sehr "sprunghafte" Übergänge, je nachdem, welche Übung ihm gerade so einfällt.
Als er mich heute zu Beginn der KG gefragt hat, wie es mir gehen würde, da habe ich gesagt, dass es mir eine "Idee" besser als am Mittwoch geht. Immerhin ist der stechende Schmerz ja seit gestern Abend (seit dem PT) in einen "stabilen" Dauerschmerz übergegangen, aber ansonsten habe ich weiterhin die gleichen starken Schmerzen. Ich hatte aber Angst, wenn ich ihm von den Schmerzen erzählen würde, dass er dann wieder nur eine Wärmetherapie durchführen würde (die Schmerzen ziehen übrigens langsam aber sicher mal wieder sehr deutlich in den rechten Oberschenkel, aber morgen steht ja zum Glück die nächste Massage an). Hin und wieder muss man halt mal zu einer kleinen "Notlüge" greifen, schließlich war ich ja dort, um Gymnastik zu machen und eine kleine "Idee" besser ging es mir ja wirklich.
Wir fingen dann auf dem Bauch liegend an, die Arme gerade nach vorne gestreckt. Ich sollte mit den Armen dann etwas "paddeln", womit ich jedoch weiterhin Probleme habe. Egal wie sehr ich mich anstrenge und auch Spannung in die Arme bringe, ich bekomme sie keinen Millimeter vom Boden hoch. Er setzte sich dann "vor Kopf" vor mich und untersützte mich dabei, indem er meine Hände etwas hochhob. Dann ist das gar kein Problem, aber aus eigener Kraft kann ich sie unmöglich halten, eine totale Blockade. Er hat dann auch versucht, etwas "Gegendruck" auszuüben, indem er mit einer Hand vorsichtig auf meinen Rücken gedrückt hat, das Hohlkreuz etwas runtergedrückt hat. Dennoch kann ich diese Übung nicht, die Blockade hängt irgendwie mit dem Schulterbereich (im weitesten Sinne) zusammen, hat nichts mit dem unteren Rücken zu tun.
Danach sollte ich mich glatt auf den Rücken legen. Die folgende Dehn-Übung haben wir heute dann zeitmäßig die längste Zeit über durchgeführt. Es war die Übung, die ich beim ersten Mal bei ihm bereits durchgeführt habe. Mit den Beinen soweit wie möglich nach links "laufen" (später Seitenwechsel nach rechts), die Arme gestreckt nach oben hinter dem Kopf ablegen und mit dem Oberkörper so weit wie möglich zu linken Seite rüber. "Eigentlich" soll man diese Übung wohl am meisten an der gedehnten Außenseite des Oberkörpers spüren, aber egal wie weit ich gehe, dort habe ich so gut wie nichts gemerkt. Im oberen Rücken (ich nehme mal an, das war der BWS-Bereich) habe ich es immer intensiver gespürt, ein kräftiges, leicht schmerzhaftes Ziehen und ebenso in den Oberarmen. Diese Stellung sollte ich dann auf beiden Seiten eine Zeitlang halten.
Die dritte und letzte Übung war für mich dann super schwer (immerhin heute nur 3 Übungen und nicht die Hektik, die er bisher während der KG immer verbreitet hat). Die Liege wurde bis zur untersten Stufe runtergefahren und ich sollte mich mit einem Fuß darauf stellen (ich fing mit dem linken Fuß an). Ich bekam dann eine Stange in die Hand, die ich waagerecht vor mir halten sollte, mit gestreckten Armen, in etwa in Schulterhöhe (meine Arme gingen immer wieder ein Stück runter und er musste mich mehrmals korrigieren). Er stellte sich dann hinter mich und packte mich kräftig an der Hüfte, also natürlich nicht zu fest (nicht schmerzhaft), aber dennoch so kräftig, dass er mich gut "fixieren" konnte, so dass ich mich aus der Hüfte heraus keinen Zentimeter mehr zur Seite bewegen konnte. Ich sollte dann den Oberkörper so weit nach rechts und links zu den Seiten drehen, wie ich es mit dieser stillen Hüfte noch konnte. Also, wirklich weit bin ich nicht gerade gekommen, lediglich ein paar Zentimeter.
Abgesehen davon, dass ich dabei mit dem Oberkörper große Probleme hatte (ich wollte mich eigentlich unbedingt weiter zur Seite drehen, habe die ganze Zeit über an die Wassergymnastik gedacht, nur dass ich dabei ja immer den gesamten Oberkörper zur Seite drehe, aber mit der "fixierten" Hüfte konnte ich mich noch so anstrengen, ich war in der Beweglichkeit mächtig eingeschränkt und durch die Konzentration auf diese Drehbewegung gingen die Arme im Unterbewusstsein immer wieder ein deutliches Stück tiefer), hatte ich zusätzlich große Probleme damit, die ganze Zeit über auf einem Bein zu stehen, ja, mein Gleichgewicht lässt weiterhin sehr zu wünschen übrig. Das gilt für beide Seiten, später haben wir die gleiche Bewegung durchgeführt, dieses Mal mit dem rechten Bein auf der Liege. Obwohl er mich ja die ganze Zeit über fest an der Hüfte hielt und dadurch auch nichts hätte passieren können, ich habe es absolut nicht geschafft, ruhig auf einem Bein stehen zu bleiben. Genauso wie bei der Wassergymnastik bin ich ständig auf dem Standbein nur hin und her gehüpft, das habe ich absolut gar nicht unter Kontrolle.
Zum Abschluss sollte ich diese Übung nochmals alleine versuchen. Alleine gerade Stehen, also mit beiden Beinen auf dem Boden, die Hände bzw. die Arme verschränkt vor die Brust nehmen und ebenfalls mit dem Oberkörper nur so weit zur Seite, dass die Hüfte dabei ruhig bleibt. Aber alleine, er stand dieses Mal neben mir und hat nur zugeguckt, hatte ich die Hüfte nicht ganz so unter Kontrolle und habe sie automatisch wieder ein bisschen mitgedreht bzw. mitgenommen.
Jane
Geändert von JaneCooper (29.10.2011 um 05:11 Uhr)
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30.10.2011, 05:25
Stützkorsett/Lumbalorthese für LWS
#672
Hallo,
heute war ich ja so wie üblich zur Massage und seitdem geht es mir im großen und ganzen wieder relativ gut. Völlig schmerzfrei bin ich derzeit allerdings nicht, wobei ich dabei sagen muss, dass ich meinen Masseur heute zum Teil auch mächtig "ausgebremst" habe. Irgendwie hatte ich heute am ganzen Körper große Probleme mit der Massage, so schmerzempfindlich war ich schon längere Zeit nicht mehr. Ob das eventuell auch mit den Depressionen zusammenhängt, dass man seinen Körper dann anders, intensiver wahrnimmt, das weiß ich nicht.
Die Sache mit der Heißluft hat heute mal wieder sehr gut geklappt, hat total gut getan und war dadurch angenehm entspannend. Bei der Massage sind wir dann von Anfang an gut ins Gespräch gekommen. Aber trotz dieser guten Ablenkung (also der Gespräche) habe ich es heute nicht geschafft, die Wahrnehmung von den Schmerzen wegzulenken. Immerhin habe ich heute die Luft zwischendurch nur mal kurz angehalten, so dass mein Kreislauf sehr stabil geblieben ist. Allerdings habe ich dadurch sehr viel "geschrieen" und gestöhnt und an ein ruhiges Stillhalten war so ziemlich an allen Körperstellen nicht im geringsten zu denken. So extrem unruhig wie heute war ich schon seit sehr langer Zeit nicht mehr, das war mir zum Teil schon total unangenehm, aber ich kam nicht dagegen an.
Die einzigste Stelle, an der ich jetzt zur Zeit noch Schmerzen habe, das ist auch die Stelle, die ich während der Massage absolut gar nicht ausgehalten habe. Der untere Rücken. Ich schreibe jetzt bewusst nicht der LWS-Bereich, weil es wirklich so aussieht, als wenn meine Hauptprobleme, also die meisten Schmerzen, vom Steißbein ausgehen würden. Dort habe ich inzwischen absolute Dauerschmerzen, die ich nicht mehr "ausschalten" oder ignorieren kann. Egal in welcher Position, Sitzen, Stehen, Liegen oder Laufen, ich spüre diesen Bereich nonstopp. Es ist ein brennender, ziehender Schmerz.
Ganz davon abgesehen, dass ich dort auch super berührungsempfindlich bin. An einem Stuhl anlehnen, das kann man inzwischen völlig vergessen. Ich kann mich dort selber nicht mehr berühren, das vermeide ich inzwischen auch total. Mein Masseur hat vorhin zwar versucht, mir auch in diesem Bereich so gut es geht zu helfen, aber auch er hatte keine Chance. Er hat mehrere Griffe ausprobiert, auch von verschiedenen Seiten, aber ich konnte absolut gar nichts aushalten, die Schmerzen waren viel zu intensiv. Bei der kleinsten Berührung habe ich mich am ganzen Körper völlig automatisch total verspannt, einschließlich Beine und Füße, stand völlig unter Hochspannung. Das hatte dann schließlich gar keinen Zweck mehr.
Ich habe mal mit meiner Mutter darüber gesprochen, wie das damals gelaufen ist. Ich weiß noch, dass ich zu der Zeit in der Grundschule war. Es war Winter und ich hatte 2 Schlitten, einen aus Holz und einen "Bob" aus stabilem Plastik, den ich mit einem extra Griff sehr gut lenken konnte. Ich fuhr mit diesem Plastikschlitten einen kleinen Berg runter und meine damaligen Schulfreundinnen saßen auf einem Schneeberg. Heute hasse ich den Winter total, das ist inzwischen die für mich schlimmste Jahreszeit überhaupt, insbesondere halt wenn es schneit (vielleicht auch ein bisschen durch dieses Erlebnis). Damals hatte ich mit dem Schnee gar kein Problem und wir haben stundenlang draußen gespielt. Ich dachte damals, dieser Schneeberg, auf dem die Anderen saßen, das wäre eine Art Schneemann und fuhr direkt darauf zu. Als die Anderen das bemerkten und mich regelrecht anschrieen, dass ich weglenken solle, da war es schon viel zu spät. Es war ein Stein, auf dem im Sommer eine Bank befestigt wird. Als ich auffuhr gab es einen riesigen Knall und mein Schlitten platzte mittig regelrecht auseinander. Danach konnte ich kaum noch Laufen und die Anderen brachten mich nach Hause.
Ich war deswegen nie (bis heute nicht) beim Arzt. Meine Mutter sagte direkt, dass das eine kräftige Prellung sei und rieb mich mit einem "Sportlergel" ein, das wir immer zu Hause hatten (schon alleine wegen meinem linken Arm, wenn die Schmerzen mal wieder stärker wurden, dieser Armbruch war ja schon Jahre vorher, als kleines Kind). Zur gleichen Zeit habe ich gerade Schwimmen gelernt und hatte deswegen einen kleinen aufblasbaren Ring zu Hause. Diesen Ring nahm ich dann vom nächsten Tag an täglich mit zur Schule, damit ich wenigstens so einigermaßen sitzen konnte. Ohne diesen Ring war es über viele Wochen lang völlig unmöglich. Nach etwa 6 Wochen ließen die Schmerzen dann endlich langsam wieder nach und ich konnte wieder ohne diesen Ring sitzen. Ja, vielleicht ist dadurch auch meine Angst vor Ärzten entstanden. Bis meine Mutter mit mir mal zu einem hingegangen ist, bis dahin musste wirklich sehr viel passieren (der "berühmte" Kopf unter dem Arm sozusagen).
Als ich dann vor rund 2 Jahren nach den vielen Jahren mal wieder zum Orthopäden gegangen bin und von den Schmerzen im unteren Rücken erzählt habe, da wurde die Untersuchung direkt auf den LWS-Bereich konzentriert, also auf die sichtbare Verbiegung, wo sich das Hohlkreuz befindet. Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass mir demnächst eine weitere Untersuchung bevorsteht, die dieses mal dann "wirklich" den unteren Rücken, also den Steißbein betrifft.
Schmerzmäßig kam bei der Massage nach dem unteren Rücken dann der Rippenbereich, auch den habe ich heute so gut wie gar nicht ausgehalten. Danach kamen die Oberschenkel, auch dort habe ich bei fast jeder Berührung sofort geschrieen (irgendwie war heute wohl nicht so ganz mein Tag). Direkt danach kamen schmerzmäßig die Waden und zum Schluss dann die Vorderseiten der Beine, dort insbesondere die Knie und ebenfalls die Oberschenkel. Zum Glück war die Zeit so gut wie um, so dass er für die Vorderseiten kaum noch Zeit hatte, da ich sie ja eh nicht ausgehalten habe.
Nur am oberen Rücken konnte ich mal Durchatmen und etwas lockerer werden. Die Schultern und Schulterblätter taten zwar ebenfalls mächtig weh, waren im Vergleich zum unteren Rücken und zu den Oberschenkeln dennoch "relativ" harmlos (eine völlig schmerzfreie Stelle gab es während der heutigen Massage nicht). Er hat dann ein Gespräch angefangen, mit dem er bei mir mehr oder weniger einen "wunden Punkt" getroffen hat. Wie ich schon öfters geschrieben habe, rede ich mit ihm über viele Themen sehr viel offener, als mit den meisten anderen Menschen. Dadurch hat er mich im Laufe der Zeit natürlich auch schon ziemlich gut kennengelernt (einschließlich meiner "Schwachstellen") und kann mich zum Teil sehr gut einschätzen, allerdings bis auf eine Sache, in der er mich ziemlich falsch einschätzt, aber darauf werde ich hier jetzt nicht näher eingehen.
Es ging um das Thema Schokolade, da ich mich, gerade jetzt mit den Depressionen, mal wieder absolut gar nicht unter Kontrolle habe. Wenn ich schlecht drauf bin, dann esse ich locker 3 bis 4 Tafeln (anstelle von normalem Essen), bis es mir "endlich" schlecht wird, erst dann komme ich seelisch wieder zur Ruhe und höre auf zu Essen (übergeben tue ich mich nie, ich höre immer rechtzeitig auf). Da ich die Depressionen ja jetzt schon eine Weile habe, weiß ich nicht, wie viele Kilos an Schokolade ich schon in mich reingestopft habe. Ich weiß nicht mehr genau, wieviel Kilo ich hatte, als ich dort vor rund 2 1/2 Jahren mit der Behandlung begonnen habe, aber ich habe seitdem mindestens 15 Kilo (oder mehr) zugenommen (Tendenz steigend).
Natürlich ist das meinem Masseur auch aufgefallen, schließlich sieht er mich Woche für Woche "oben ohne" sozusagen und er hat mich hin und wieder auch darauf angesprochen, dass ich mal wieder ein bisschen aufpassen solle. Denn schließlich umso mehr Gewicht, umso mehr Schmerzen. Aber umso mehr Depressionen ich habe, umso mehr Schokolade esse ich, das ist für mich im Moment ein totaler "Teufelskreis". Ein Arzt hat es vor einigen Jahren bereits mal als Sucht bezeichnet.
Eigentlich finde ich aber diesbezüglich die Schokolade noch als ein total harmloses Suchtmittel. Wie viele Menschen greifen unter seelischem Stress zur Zigarette (und bekommen Lungenkrebs) oder zum "harten" Alkohol (werden Alkoholiker und sterben an einer Lebererkrankung), von den ganz harten Drogen mal ganz zu schweigen. Das ist für mich alles kein Thema, für mich gibt es ausschließlich die Schokolade, um mich seelisch zu beruhigen, was ich eigentlich total harmlos finde, schließlich bekommt man die schon als Kind zu essen (so war es zumindest bei mir von Kindheit an).
Mein Masseur gab mir diesbezüglich vorhin jedoch zu Bedenken, dass daraus durchaus auch Diabetes entstehen kann. Natürlich nicht nur, meine Mutter ist Diabetikerin und muss Spritzen und dass obwohl sie sich noch nie etwas aus Süßigkeiten gemacht hat. Aber trotzdem fand ich das Gespräch vorhin im Ganzen sehr interessant. Das werde ich (nach einem Wechsel), abgesehen von den Massagen, auf jeden Fall sehr vermissen, diese Gespräche mit meinem Masseur, weil er mir im Laufe der Zeit zu den verschiedensten Themen schon sehr viele gute "Denkanstöße" gegeben hat. Durch ihn, durch seine Art, wie er über manche Themen denkt, zum Teil halt völlig anders, als es bei mir der Fall ist, erfahre ich halt mal andere Denkweisen über Themen, über die ich mit den meisten anderen Menschen niemals reden würde, das finde ich immer sehr interessant.
So, morgen will ich den Fragebogen, den ich bereits angefangen habe (er ist halt sehr umfangreich), fertig machen und ihn am Montag dann zur Post bringen. Irgendwie habe ich im Moment mit diesen Dauerschmerzen schon die Hoffnung, dass die Ärzte in der Uniklinik rausbekommen, woher diese Schmerzen wirklich kommen und wie man mir (zumindest ein bisschen) helfen kann. Obwohl ich vor der Untersuchung (u. a. dem schmerzhaften Abtasten) und auch der Behandlung (meine Angst vor Spritzen ist noch nicht geringer geworden, vor Aufregung klappt mein Kreislauf dabei jedes Mal zusammen) im Moment mächtig viel Angst habe.
Jane
Geändert von JaneCooper (30.10.2011 um 05:31 Uhr)
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31.10.2011, 05:06
Stützkorsett/Lumbalorthese für LWS
#673
Hallo,
puh, ich kann nicht mehr, deswegen heute nur ein kurzer Bericht.
Nachdem der heutige Tag schön angenehm und ruhig verlaufen ist (mit Lesen und Fernsehen), ansonsten mal wieder mit einer absoluten Antriebsschwäche ("Keine Lust zu nichts") habe ich mich gegen Abend, ab ca. 20 Uhr endlich aufgerafft und habe den Fragebogen für die Uniklinik ausgefüllt (zu der mich mein Chef sozusagen vermittelt hat).
Ich habe gedacht, dass ich damit niemals fertig werden würde. 20 Seiten mit über 70 Fragen. Manche konnte man mit bloßem Ankreuzen beantworten, andere musste man ausführlich schildern (wie man die Schmerzen empfindet, welche Allergien ich habe, welche bisherigen Unfälle, Operationen usw.). Dazu dann noch die Skalen (von 0 bis 10) wie stark die Schmerzen jetzt sind, wie stark sie in den letzten Wochen waren, die stärkste Stufe usw. (Dabei musste ich dann natürlich an den Therapeuten vom PT denken, da er mir von Anfang an die gleichen Fragen gestellt hat, wie stark die Schmerzen sind und wie wichtig mir die Hilfe an sich ist).
Manche Fragen hörten sich dann sehr gleich an, aber die Antworten waren sehr unterschiedlich. Man musste sich die Frage dann sehr genau durchlesen, damit man auch wirklich wusste, worum es jetzt genau ging. Ein "Überfliegen" und mal eben Antworten war bei diesem Fragenbogen ganz bestimmt nicht möglich.
Zum Schluss druckte ich dann noch alle relevanten Arztunterlagen aus, die ich bisher bekommen habe (Röntgen, MRT, Reha-Bericht und das Attest von meinem Hausarzt, das ich auch bei dem Verschlimmerungsantrag an das Versorgungsamt beigelegt habe, schließlich lasse ich alle "Fäden" über ihn laufen). Jetzt können sich die Ärzte an der Uni zumindest schon mal vorab einen Eindruck über meine Erkrankung verschaffen.
Ich habe dann jede Seite einzeln gelocht (was unwahrscheinlich aufhielt, aber hier zu Hause habe ich leider nur einen sehr kleinen Locher) und habe noch ein Anschreiben beigefügt. Alles zusammen ist jetzt ordentlich (wenn schon, denn schon) in einem Schnellhefter und morgen bringe ich diesen großen Umschlag dann zur Post.
Natürlich habe ich nicht durchgehend vor diesem Bogen gesessen (mit allem, mit den Kopien usw., war ich erst vorhin gegen 4 Uhr endlich fertig). Etwa im Stundentakt habe ich eine Pause von ca. 10 Minuten eingelegt, bin etwas gelaufen, habe was getrunken, gegessen und war auch etwas am Computer. Wenn ich die ganze Zeit stur über diesem Bogen gesessen hätte, dann könnte ich mich jetzt wahrscheinlich gar nicht mehr bewegen.
Den unteren Rücken habe ich heute den ganzen Tag über deutlich gespürt, ein gleichmäßiger, ziehender Schmerz. Nach dem langen Sitzen merke ich jetzt natürlich den Schulterbereich umso mehr (die linke Schulter mal wieder wesentlich stärker als die rechte, obwohl ich ja eigentlich Rechtshänderin bin, verstehen tue ich das auch nicht) und ebenso den oberen Rücken, in etwa den BWS-Bereich, ein dumpfer, kräftiger Schmerz.
In diesem Zusammenhang wollte ich noch kurz die Computerschulung in Dresden erwähnen. Bei mir auf der Arbeit hat sich das Gerücht verbreitet, dass ich dabei eingeschlafen wäre. Hiermit möchte ich klarstellen (was ich auf der Arbeit auch schon gesagt habe), dass das wirklich nicht stimmt. Ich hatte dort zum Teil ganz erhebliche Schmerzen in den Schultern, wovon ich hier ja auch geschrieben habe. Am liebsten wäre ich mehrmals aufgestanden und etwas im Raum rumgelaufen (in meinem Büro hätte ich längst den Tisch nach oben gefahren). Wenn ich bei der Massage starke Schmerzen habe, dann habe ich es schon häufig so gemacht, dass ich meinen Masseur etwas gefragt habe und mich dann voll und ganz auf seine Stimme, auf seine Antwort konzentriert habe. Auf diese Art und Weise konnte ich die Wahrnehmung dann eine Zeitlang von den Schmerzen weglenken.
In Dresden war es ähnlich. Ich habe mich nicht getraut, vorher irgendwelche Schmerzmittel zu nehmen. Ich hatte Angst, dass ich davon dann etwas "gedopt" und nicht mehr klar im Kopf bin, wollte während der Schulung aber alles klar mitbekommen. Als die Stiche in der Schulter dann immer intensiver geworden sind (und ich den Tränen zum Teil immer näher kam), habe ich die Augen kurz etwas zugemacht, um mich total auf die Stimme des Seminarleiters zu konzentrieren. Was auch geklappt hat, immerhin kamen mir während des Unterrichts keine Tränen (mit den "aktuellen" Depressionen habe ich ja bereits seit Ende September wieder zu kämpfen). Dieses kurze Augen zu machen wird mir jetzt so dargelegt, als wenn ich geschlafen hätte, aber ich möchte hier wirklich nochmals beteuern, dass ich "lediglich" mit den Schmerzen (und den Depressionen) zu kämpfen hatte.
Dass diese Depressionen mit den Schmerzen und auch mit meinem Institut zu tun haben (mit der ungewissen Zukunft bezüglich meiner Behandlung), darüber habe ich ja bereits geschrieben. In diesem Institut habe ich im Laufe der Zeit mehrere gute "Kontakte" bzw. auch Freundschaften gebildet (deswegen fällt mir der Abschied ja auch so schwer). Mit einer Dame habe ich nach wie vor gelegentlichen E-Mail-Kontakt. "Eigentlich" habe ich keine Lust mehr, dort große Diskussionen zu führen, weshalb ich das Institut wechseln will, und wollte mich, sobald ich was Neues gefunden habe (einschließlich der Diagnose aus der Uniklinik, worauf ich jetzt auf jeden Fall zunächst warten will) mehr oder weniger "sang- und klanglos" aus dem Staub machen. Ein großes Verabschieden würde ich seelisch eh nicht verpacken. Vorhin schrieb mich die Dame jedoch an (ihr habe ich ein paar der Situationen geschildert), ob sie damit nicht doch bitte zum Chef des Instituts gehen könne. Solange er nicht weiß, was dort los ist, könne nicht reagiert werden und ich sei ja schließlich nicht die einzigste Kundin, die es eventuell betreffen würde.
Nun gut, dann sollen sie dort halt darüber diskutieren, was dort alles schief läuft. Passiert ist passiert und rückgängig kann man die vielen Fehler eh nicht mehr machen. Und wer dort letztendlich für die Fehler zuständig ist, das wird man dort eh nie rausbekommen. Ich hoffe jetzt halt nur, dass durch diesen Wechsel die Schmerzen nicht wieder deutlich stärker werden, davor habe ich im Moment die größte Angst (den Verlust der Freundschaften, die ich dort gebildet habe, werde ich hoffentlich nach und nach verarbeiten, denn ich glaube nicht, dass sie in der jetzigen Form weiter bestehen werden, wenn ich nicht mehr dort in Behandlung bin, einschließlich der guten Kontakte bei der Wassergymnastik). Alles in allem wird dieser Wechsel für mich sehr hart werden (körperlich sowie seelisch), aber da muss ich dann halt durch. Ich glaube nicht, dass sich mit der dortigen Organisation in der nächsten Zukunft irgendetwas ändern wird.
So, jetzt kann ich wirklich nicht mehr Sitzen.
Jane
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01.11.2011, 04:08
Stützkorsett/Lumbalorthese für LWS
#674
Hallo,
heute war nicht so ganz mein Tag, eher im Gegenteil. Zuerst waren wir heute bei der Post und haben den Brief an die Uniklinik aufgegeben (ich hatte zu Hause nicht die entsprechenden Briefmarken). Mein Freund hatte heute frei, einen "Brückentag" sozusagen. Da er ja weiß, wie gerne ich durch Altstädte bummel und um mich auf andere Gedanken zu bringen, hat er mir dann verschiedene Städte vorgeschlagen und zu einer sind wir dann auch hingefahren.
Bereits nach 5 oder höchstens 10 Minuten gingen die Schmerzen dann schon wieder los. Ich bekam ganz plötzlich im rechten Oberschenkel (vorne mittig, also im Prinzip der Bereich, den ich bei Massagen nie aushalte, wo ich gar nicht schnell genug Stopp sagen kann) einen intensiven, kräftigen Stich. Ich habe sofort aufgeschrieen, damit hatte ich in diesem Moment überhaupt nicht gerechnet. Mein Freund hat sich natürlich total erschrocken, er wusste zuerst gar nicht so richtig was los war.
Danach konnte ich eine ganze Zeitlang mit dem rechten Bein nicht mehr auftreten, es war ein kräftiger, ziehender Schmerz und ich konnte das rechte Bein nicht mehr belasten. Ich bin dann mächtig gehumpelt, irgendwie musste ich mich ja schließlich fortbewegen. Nach und nach ließ der Schmerz dann langsam aber sicher wieder nach. Nach ungefähr einer halben Stunde (wir waren etwa 2 Stunden dort unterwegs) war dann im Bein wieder alles in Ordnung, so als ob nie etwas gewesen wäre. Zwischendurch, als die Schmerzen so extrem stark waren, war ich den Tränen nahe, aber mein Freund hat mich die ganze Zeit über sehr gut abgelenkt und wir haben uns die verschiedensten Schaufenster angeguckt (und uns darüber unterhalten).
Nach etwa einer Stunde, wir waren gerade am anderen Ende der Innenstadt, anderes Ende vom Parkhaus aus gesehen, gingen dann plötzlich die Rückenschmerzen wieder los. Ein Stich im unteren Bereich und von diesem Moment an hielten sich die Schmerzen hartnäckig bis zum späten Nachmittag (als wir wieder zu Hause waren). Als die Schmerzen anfingen, waren wir gerade zufällig in Höhe eines Saturn-Geschäftes, von wo ich noch einen Gutschein hatte, den ich zum Glück dabei hatte (den habe ich zum Geburtstag von meinen Kollegen/Kolleginnen bekommen). Wir sind dann dort rein gegangen, waren in verschiedenen Abteilungen, so dass ich zumindest ein bisschen abgelenkt war und die Schmerzen vorübergehend etwas verdrängen konnte. Nachdem wir den Gutschein eingelöst haben sind wir langsam aber sicher wieder in Richtung Auto gegangen. Allerdings liegt in diesem Fall die Betonung wirklich auf Langsam, weil die Rückenschmerzen immer intensiver wurden und ich dadurch immer langsamer gelaufen bin. Für den Rückweg brauchten wir dadurch wesentlich länger. Ich war dann froh, als wir endlich im Auto saßen.
Am Nachmittag ließen die Schmerzen dann zum Glück wieder nach, allerdings habe ich mich auch geschont ohne Ende, habe absolut gar nichts mehr gemacht. Ich bin völlig lustlos zwischen Bett und Sessel hin- und hergewandert. Diese Antriebsschwäche nervt mich selber inzwischen total, so schlimm habe ich es bisher noch nie empfunden, dass einem so gar nichts mehr Spaß macht. Mich hat es auch nicht wirklich interessiert, was im Fernseher lief, welches Programm mein Freund eingeschaltet hat, meine Gedanken waren irgendwie weit weg, das Programm habe ich gar nicht so richtig registriert.
Die meisten Aufgaben im Haushalt hat mein Freund inzwischen übernommen, so dass dieser Bereich zumindest "einigermaßen" weiter läuft. Ich kenne eh inzwischen einige Männer (einschließlich hier im Haus unsere Nachbarn), bei denen es völlig normal ist, dass sie im Haushalt überall mit anpacken. Ich habe meinen Freund (als ich noch relativ gesund war) halt gerne verwöhnt und es hat mir über viele Jahre auch nichts ausgemacht, dass ich mich um fast alles alleine gekümmert habe. Aber wenn man krank wird und die Arbeit aus körperlichen und seelischen Gründen dann nicht mehr schafft, dann muss der Partner halt mehr mit anpacken.
Als ich vorhin im Sessel saß, musste ich irgendwie an den Sketch von Loriot denken, dieser kleine "Zeichentrickfilm", wo der Mann im Wohnzimmer im Sessel sitzt und die Frau aus der Küche heraus mit ihm spricht, ob er was lesen wolle oder mal eine Runde vor die Tür gehen wolle. Auch ich wollte vorhin einfach nur ruhig dasitzen, meine Ruhe haben und meinen Gedanken nachhängen.
Die meiste Hoffnung stecke ich zur Zeit in die Ärzte von der Uniklinik, sonst hätte ich mir auch gar nicht die Mühe gemacht, diesen Fragebogen so gründlich auszufüllen. Zum einen finde ich es gut, dass ich dort wieder psychologische Betreuung bekommen soll, schließlich ist meine letzte bereits ein Jahr her. Dass ich mit der Situation im Ganzen (inklusive der Dauerschmerzen) auf Dauer alleine nicht klarkomme, das merke ich im Moment halt wieder sehr deutlich.
Dann setze ich meine ganze Hoffnung auch auf die Schmerzambulanz, dass mir dort zumindest ein bisschen geholfen werden kann. Mit einer dauerhaften völligen Schmerzfreiheit rechne ich selber schon längst nicht mehr, aber nach dem heutigen Tag, wenn man plötzlich vor Schmerzen nicht mehr Auftreten, nicht mehr Laufen kann, habe ich trotzdem noch die Hoffnung, dass man mir dort zumindest ein bisschen helfen kann, dass ich dauerhaft eine Linderung bekommen werde.
Im Moment habe ich zunächst die größte Angst vor der Untersuchung (wie die Behandlung dann aussieht, das kann ich derzeit ja noch gar nicht abschätzen). Für die meisten Menschen hört sich so eine Untersuchung immer sehr einfach und harmlos an, was sie für mich jedoch ganz und gar nicht ist. Das fängt schon mit dem Abtasten des Rückens an, was bisher jeder Arzt gemacht hat und was bei mir super schmerzhaft ist.
Dann rechne ich auch damit, dass ich wegen dem unteren Bereich (wegen dem Steißbein) nochmals in die MRT-Röhre muss. 20 Minuten gehen sicherlich relativ schnell um und das laute Geräusch macht mir auch nichts aus, aber 20 Minuten auf dem Rücken völlig ruhig dazuliegen, das bedeutet für mich Schmerzen ohne Ende. Nach der letzten MRT-Untersuchung konnte ich zunächst nicht mehr alleine Aufstehen, konnte mich eine Zeitlang nicht mehr gerade Aufrichten und die Arzthelferin musste mir helfen, weil ich in diesem Moment nicht in der Lage war, alleine zurück zur Kabine zu Laufen. Deswegen habe ich vor einer erneuten Untersuchung dieser Art nunmal eine sehr große Angst.
Ganz abgesehen von den Spritzen (in den Rücken) und dem Tropfer. Nachdem ich diese äußerst schmerzhafte Erfahrung bei dem Orthopäden gemacht habe, wonach vor Aufregung und Schmerzen mein Kreislauf völlig zusammengebrochen ist, habe ich Angst davor, dass so eine ähnliche Situation nochmals auf mich zukommen könnte. Wenn es dann wenigstens etwas geholfen hätte, aber die Schmerzen waren anschließend ja völlig konstant, absolut gar keine Wirkung war erkennbar und der Orthopäde meinte ja nur ganz trocken "Pech gehabt, anscheinend sind Sie dagegen immun, dann kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen, mehr kann ich Ihnen dann auch nicht empfehlen, außer soviel Bewegung, Bewegung, Bewegung wie möglich zu haben".
Ganz abgesehen davon, dass mir während der Reha empfohlen worden ist, soviel Ablenkung wie möglich zu haben, die Gedanken möglichst immer von den Schmerzen wegzulenken. Das bedeutet aber auch, dass man im Prinzip immer "unter Strom" stehen muss, wodurch ich im Laufe der Zeit dann auch immer nervöser geworden bin. An ein richtiges "Abschalten", egal ob am Wochenende oder im Urlaub, ist bei mir längst nicht mehr zu denken. Ob das auf Dauer dann wirklich die richtige Methode ist, um mit Schmerzen fertig zu werden, darüber bin ich mir selber auch nicht so ganz im klaren.
Ja, mit diesen Gedanken, mit diesen Erfahrungen werde ich in Kürze dann nach Bochum fahren. Wie gesagt, ein bisschen Hoffnung, dass mir dort geholfen wird, die habe ich auf jeden Fall, sonst würde ich das ganze auch nicht durchziehen. Aber trotzdem habe ich auch Angst davor, dass ich zu viele Hoffnungen dort rein setze und dann aufs Neue enttäuscht werde, dass mir auch dort nicht geholfen werden kann.
Deswegen bin ich ja auch zu keinen weiteren Arzt mehr gegangen (außer zu meinem Hausarzt). Mit jedem Arztbesuch (bei den Orthopäden) habe ich eine gewisse Hoffnung verbunden, jeder Arzt hat dann eine andere Methode ausprobiert (über Akupunktur, Bandage, TAPE und Spritze) und letztendlich war ich nach jeder Behandlung enttäuscht, weil bisher nichts wirklich geholfen hat (außer halt die Bewegung, die regelmäßige KG, wodurch ich zumindest Zeitweise auch eine gewisse Linderung habe). Mit jeder neuen Enttäuschung wurde ich seelisch ein Stückchen weiter runtergezogen. Ich hatte schließlich Angst davor, einen weiteren Orthopäden aufzusuchen, so dass es seelisch noch weiter runter geht und die Depressionen immer weiter verstärkt werden. Diese Antriebsschwäche, dieses ständige Auf und Ab, das stört und nervt mich selber unwahrscheinlich.
Jane
Geändert von JaneCooper (01.11.2011 um 04:12 Uhr)
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02.11.2011, 04:02
Stützkorsett/Lumbalorthese für LWS
#675
Hallo,
heute ging es mir seelisch ein bisschen besser als gestern, zumindest stand ich nicht mehr ständig "neben mir" und habe mich mal wieder etwas um den Haushalt gekümmert, Spülmaschine, Wäsche und Aufräumen. Heute Mittag hat mich mein Freund gefragt, ob ich eine Runde raus gehen möchte, schließlich war hier super schönes Wetter, blauer Himmel und Sonne pur. Dazu konnte ich mich jedoch so gar nicht aufraffen. Nachdem ich an den letzten Tagen (übers Wochenende) absolut gar nichts selber im Haushalt gemacht habe, wollte ich heute zumindest endlich mal wieder selber etwas übernehmen, eine "kleine Verantwortung" tragen sozusagen. Mein Freund saß dann den ganzen Tag über vor dem Computer und hat mich völlig in Ruhe gelassen, als ich mich um die Küche und die Wäsche gekümmert habe. Ich habe zwar nicht so viel geschafft wie sonst und deutlich langsamer war ich dabei auch, aber Hauptsache überhaupt etwas getan zu haben.
Dennoch ging es bei mir seelisch auch immer wieder Auf und Ab. Über ein paar Sprüche meines Freundes und über ein paar Sachen aus dem Internet musste ich Lachen, aber wegen ein paar anderen Sätzen, bei denen er sich gar nichts gedacht hat und auch im Rahmen von Nachrichten im Fernsehen kamen mir dann die Tränen. Die Schwelle zwischen "Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt" ist weiterhin sehr nah.
Ganz abgesehen von meinem rechten Bein, wo ich gestern beim Laufen die starken Schmerzen hatte. Ich nehme an, dass der heftige Stich von einem Krampf ausgelöst worden ist, der noch nicht wieder völlig gelöst ist. Echt wieder typisch, wenn ich erstmal einen Krampf habe, der hält sich bei mir dann hartnäckig über mehrere Tage. Den ganzen Tag über hatte ich ein kräftiges Ziehen im rechten Oberschenkel, nicht so heftig wie gestern, aber dennoch fast den ganzen Tag über sehr deutlich spürbar (als ich durch die Wohnung gelaufen bin). Auch das war ein Grund, weshalb ich nicht rausgehen wollte, ich hatte Angst, dass die Schmerzen, wenn ich draußen etwas länger Laufe, wieder schlimmer und intensiver werden könnten.
Vorhin habe ich dann schon gedacht, ob ich morgen Nachmittag, wenn ich Massage habe, meinen Masseur dann darauf mal ansprechen soll. Er ist ja eh immer sehr flexibel und geht immer auf einen ein, wo halt die aktuellen Schwerpunkte der Schmerzen liegen. Ob ich dazu allerdings den Mut aufbringe, das warte ich erstmal ab (da ich diesen Bereich Samstags ja schon nie so richtig aushalten kann). Mal sehen, wie vorher die KG läuft, welche Schwerpunkte "dann", also nach den Übungen im Vordergrund stehen.
Ganz abgesehen davon, dass ich erstmal abwarte, bei wem ich überhaupt die Massage haben werde. Mein Vertrauen in die dortige Terminplanung ist im Moment gleich Null. Wenn mein Physiotherapeut von diesen aktuellen Schmerzen hört, dann fängt er wahrscheinlich eh wieder nur mit einer Wärmetherapie an. Dort wird zur Zeit darüber nachgedacht, die Samstags (Massage) Termine auf die Woche zu verlegen. Im Prinzip wäre es für mich natürlich kein Problem, ob ich Freitags oder Samstags zur Massage gehe, das macht für mich keinen Unterschied. Ich habe nur die Befürchtung, dass ich dann des Öfteren (im Anschluss an die KG) bei dem Physiotherapeuten eingetragen werde. Samstags ist das kein Problem, weil mein Masseur dort dann der einzigste Therapeut ist, der Dienst hat, aber während der Woche ist mir das Risiko dann viel zu groß. Dass dieser Physiotherapeut mir nicht helfen kann, das habe ich ja schließlich schon vor meinem Urlaub gemerkt. Sollte es dann wirklich so kommen, dann würde ich sogar den Rest des Abos verfallen lassen und keiner könnte gucken, wie schnell ich dort dann weg bin.
Vorhin habe ich unter anderem auch wegen dem bevorstehenden Termin in der Uniklinik etwas geweint. Mein Hausarzt hat einen Satz gesagt, der bei mir schon jetzt etwas Panik auslöst (vielleicht hat er ihn gar nicht so extrem gemeint, aber ich habe ihn halt so aufgefasst): Dort werden Sie dann zunächst mit Schmerzmittel und Psychopharmaka "vollgestopft", anschließend kommen Sie dann direkt zu mir zur Blutabnahme und dann müssen wir sehen, dass wir Ihre Leber- und Nierenwerte (wegen der Nebenwirkungen) wieder in den Griff bekommen. Als mir dieser Satz vorhin wieder einfiel, kamen mir sofort die Tränen geschossen und mein Freund hatte etwas Mühe, um mich wieder etwas zu beruhigen. Er hat schon gesagt, ich solle mich jetzt bloß nicht "bekloppt" machen, ich gehe absolut freiwillig dahin und niemand kann mich zwingen, etwas einzunehmen, was ich absolut nicht will.
Die Depressionen hängen bei mir in erster Linie ja eh mit den Schmerzen sowie der Therapie im Allgemeinen zusammen. Die Schmerzen fingen im Sommer 1993 an (im April 1994 habe ich deswegen mit dem Jazz-Tanz aufgehört). Seit damals habe ich wegen dieser Schmerzen kein einziges Mal ein Schmerzmittel eingenommen, egal wie stark sie zum Teil waren. Wie ist es uns schon in einem Vortrag in der Reha erklärt worden, ein Schmerz ist immer ein "Alarmsignal" des Körpers, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Mit Schmerzmittel würde ich dieses "Signal" ja lediglich eine Zeitlang ausblenden, aber die eigentliche Ursache nicht weiter "bekämpfen" bzw. behandeln. Egal, was die Ärzte mir erzählen. Wenn es um eine lebensgefährliche Krankheit gehen würde (Krebs, Asthma usw)., dann würde ich selbstverständlich Medikamente einnehmen, mein Leben würde ich dafür ganz bestimmt nicht aufs Spiel setzen. Aber ganz bestimmt nicht für Schmerzen, die eh seit 18 Jahren zu meinem Leben dazugehören. Natürlich machen einen solche Dauerschmerzen, je nachdem, wie intensiv sie sind, zum Teil ziemlich mürbe und ziehen einen auch seelisch total runter. Aber trotzdem, wie sehr habe ich gerade in den letzten 2 Jahren gekämpft (ich meine jetzt mit KG, Schwimmen, Wassergymnastik, Massagen und auch der Reha), an manchen Tagen war ich so gut wie schmerzfrei, die Schmerzen so gering, dass ich sie im Alltag praktisch gar nicht mehr wahrgenommen habe, und "nur", weil es mir zur Zeit mal wieder etwas schlechter geht, heißt das noch lange nicht, dass ich jetzt bereit wäre, mir zusätzlich die inneren Organe kaputt machen zu lassen. Es ist schlimm genug, dass ich Probleme mit den Muskeln habe, meinen restlichen Körper werde ich deswegen ganz bestimmt nicht kaputt machen lassen. Wie gesagt, mein Freund hatte vorhin alle Mühe damit, mich dann wieder etwas zu beruhigen.
In dem Fragebogen für Schmerz-Patienten war auch ein Punkt, der sich allgemein auf die sozialen Kontakte bezogen hat (die ja bezüglich der Ablenkung von den Schmerzen immer hervorgehoben werden): Ob ich mich in der letzten Woche zum Teil auch einsam gefühlt hätte, was ich absolut mit ja beantwortet habe (vor wenigen Wochen hätte ich wohl noch mit nein geantwortet). Mein Freund hatte in der letzten Woche ja Spätschicht und ich war (abgesehen von der Therapie) so wie immer alleine zu Hause. In den letzten Wochen hatte ich mich Woche für Woche immer aufs Schwimmen gefreut, egal ob auf die Montagsgruppe (also die Wassergymnastik) oder auf das freie Schwimmen, womit ich jetzt ja ganz aufgehört habe. Abgesehen vom Unterricht hatten wir vorher und danach immer Spaß, es gab immer gute Sprüche, Situationen (mit den Nudeln) und Kommentare, so dass es so ziemlich in jeder Woche was zum Lachen gab. Auch beim freien Schwimmen, bei dem ich im Laufe der Zeit Saunagängerinnen kennengelernt habe, mit denen ich mich zum Teil sehr gut verstanden habe und mit denen ich auch Woche für Woche Spaß hatte und was zum Lachen bekam. Ja, das ist jetzt alles "Schnee von gestern" und ich muss mir neue "soziale Kontakte" suchen, wobei ich noch nicht im geringsten weiß, wo ich damit anfangen soll. Die nächste Zeit werde ich wohl erst mal wieder die "Eigenbrötlerin" bzw. die Einzelgängerin werden, die ich früher auch Jahrelang gewesen bin (abgesehen natürlich von den Sachen, die ich mit meinem Freund zusammen mache).
Von den Selbsthilfegruppen habe ich mich inzwischen übrigens völlig abgekapselt, zumindest die Gruppen, in denen ich bisher war, die waren nichts für mich. Die Gruppe für Depressionen habe ich seelisch nicht verkraftet. Wenn andere von ihren Problemen erzählt haben (Mutter gestorben, Probleme mit der Tochter, mit der Arbeit), dann habe ich mich in alles total "hineingesteigert", die Anderen taten mir so leid, dass ich abends wegen deren Probleme geweint habe. Das hat mich nur noch tiefer runtergezogen.
Die Gruppe mit den MS-Kranken war auf Dauer auch nichts für mich. Bei denen ist es ja so, dass die Körperteile sozusagen "taub" werden, dass sie im Laufe der Zeit kein Gefühl mehr in den Beinen oder auch im Arm haben. Ich war dort die einzigste mit Depressionen, wo sich dort schon keiner reindenken konnte. Die Anderen konnten es auch nicht verstehen, dass ich Dauerschmerzen habe (sie selber kennen Schmerzen so gut wie gar nicht) und es kamen ständig nur Sprüche, dass ich endlich was gegen die Schmerzen machen soll (was mache ich denn die ganze Zeit über??). Ich war dort die einzigste berufstätige, keiner konnte dort verstehen, dass ich trotz meiner Erkrankung noch Arbeiten gehe, ich solle mich endlich voll und ganz auf meine Therapie konzentrieren, alles andere im Leben solle "Zweitranging" sein (die haben gut Reden, und wer soll die Therapie bezahlen??). Im Sommer, als die meisten im Urlaub waren und die Treffen deswegen vorübergehend ausgesetzt worden sind, habe ich mich dann von der Gruppe abgekapselt.
Am besten wäre für mich eine Gruppe für Patienten mit Dauerschmerzen, so wie es auch in der Reha durchgeführt worden ist, mal zu hören, wie andere mit Dauerschmerzen leben bzw. wie sie sich ablenken (vielleicht erfahre ich ja in der Uniklinik von einer solchen Gruppe). Das heißt, am absolut besten wäre es natürlich, wenn ich endlich erfahren würde, woher die Schmerzen genau kommen und wie sie auf Dauer gelindert werden können.
Jane
Geändert von JaneCooper (02.11.2011 um 04:05 Uhr)
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02.11.2011, 08:20
Stützkorsett/Lumbalorthese für LWS
#676
Hallo Jane,
das „Stützkorsett“ ist inzwischen ein Tagebuch Deiner letzten 23 Monate geworden.
Mich würde interessieren, warum Du hier im Forum schreibst.
Gruß von Susan
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03.11.2011, 02:28
Stützkorsett/Lumbalorthese für LWS
#677
Hallo,
bevor ich hier noch Ärger bekomme, werde ich meine Berichte bzw. die "Dokumentation" über meine Therapie ab sofort auf folgender Internetseite schreiben, wo ich mich gerade angemeldet habe:
http://www.tagebuchland.de
Unter Gesamtverzeichnis und Autor "JaneCooper" werde ich dort die Berichte ab sofort fortführen (auch zu finden unter der Kategorie "Allgemein" unter dem Titel "Mein Leben,die Erkrankung + die Therapie").
Wer sich von denjenigen, die hier bisher meine Berichte gelesen haben, weiterhin dafür interessiert, wie sich meine Erkrankung entwickelt, wie die Therapie weiter verläuft und was die bevorstehende Untersuchung in der Uniklinik Bochum ergibt, kann sich dort meine Berichte weiterhin gerne durchlesen. Gerade jetzt, wo es mir seelisch absolut gar nicht gut geht (nach einem "Zwischenfall", der sich heute bei der KG ereignet hat, auf den ich aber zunächst nicht weiter eingehen möchte, hatte ich heute Abend ganz schwere Depressionen und habe fast den ganzen Abend über nur im Sessel gesessen und geweint), bin ich doch irgendwie froh, wenn ich auf diese Art und Weise alles weiterhin zumindest ein bisschen verarbeiten kann.
Heute habe ich mich auf dieser "Tagebuch"-Seite zunächst nur "vorgestellt", damit die Anderen, die dort ebenfalls schreiben, wissen, worum es in etwa in meinen Berichten geht. Ab morgen wird es dann wie gewohnt mit Berichten über meinen aktuellen "Zustand" und der Therapie weitergehen.
Jane
Geändert von JaneCooper (03.11.2011 um 02:46 Uhr)
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