• Manuelle Lymphdrainage – Ablauf, Wirkung und Kosten

    Das Immunsystem unterstützen und das Wohlbefinden fördern: Im Rahmen der Manuellen Lymphdrainage, auch als lymphologische Physiotherapie bezeichnet, fördern Physiotherapeuten den Transport der Lymphflüssigkeit und den Abbau von Schwellungen und Ödemen.

    Um primäre oder sekundäre Lymphödeme zu behandeln und Beschwerden aufgrund von Lymphödemen, offenen Wunden oder einem Venenleiden zu reduzieren, wenden Physiotherapeuten oder Masseure mit einer entsprechenden Zusatzausbildung eine spezielle Massagetechnik und Bandagen zur Beseitigung der Lymphstauungen an. Im Gegensatz zu primären Lymphödemen lassen sich sekundäre Ödeme beispielsweise auf eine Schwangerschaft, eine Venenoperation oder eine Tumoroperation zurückführen.

    Doch was ist die Lymphdrainage? Wie läuft diese ab und was bewirkt die lymphologische Physiotherapie konkret? Welche Begleiterscheinungen können auftreten und übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Lymphdrainage?


    Was versteht man unter einer Lymphdrainage?

    Ganz gleich, ob Patienten unter Schwellungen infolge von Operationen oder Ödemen leiden: Geschulte Experten der Physiotherapie in Wuppertal massieren die Haut und das Unterhautfettgewebe mit kreisenden, rhythmischen oder pumpenden Bewegungen, um den Lymphfluss und den Abtransport der Lymphflüssigkeit anzuregen. Je nach Erkrankung sollte die Behandlung einmal pro Woche oder mehrmals pro Woche durchgeführt werden.

    Nach der Manuellen Lymphdrainage, kurz MLD, bandagiert der Physiotherapeut oder Masseur den entsprechenden Körperbereich. In diesem Kontext verwendet dieser Kompressionsbandagen für die Arme und Beine. Diese fördern den Abtransport der Lymphe, indem sie Druck auf das Gewebe ausüben und das Lymphsystem, ein Netzwerk auf Gefäßen und Knoten, anregen.

    Wie läuft eine manuelle Lymphdrainage ab?

    Um die Lymphbahnen anzuregen, führt der Physiotherapeut speziell konzipierte Bewegungen auf der Haut aus. Auf diese Weise wirkt der Therapeut sanft auf den Organismus ein und fördert den Abfluss der Lymphflüssigkeit bis zu den Lymphknoten. Die MLD wird aus diesem Grund auch als Entstauungstherapie bezeichnet.

    In der Folge können Schmerzen gelindert und Schwellungen minimiert werden. Die MLD kann außerdem bei Lipödemen angewendet werden, um die Beschwerden zu reduzieren, die mit der Fettverteilungsstörung einhergehen.

    Was bewirkt die Manuelle Lymphdrainage?

    Die Manuelle Lymphdrainage soll eine Öffnung der Abflusswege des Lymphsystems begünstigen. Dabei bezieht der Physiotherapeut oder Masseur verschiedene Körperregionen wie die Arme und Beine ein, um das System zu aktivieren. In der Regel beginnt die Behandlung am Hals. Anschließend massiert der Therapeut den Rumpf sowie die Arme und die Beine.

    Unterschieden werden folgende Anwendungen: Bei der sanften Stimulation führt der Therapeut kreisende, sanfte Bewegungen auf der Haut des Patienten aus. So soll die Lymphflüssigkeit zu den nahegelegenen Lymphknoten geleitet und die Kontraktion der Lymphgefäße unterstützt werden.

    Die richtungsgebundene MLD dagegen kennzeichnen Massagebewegungen, die der Fließrichtung der Lymphe entsprechen. In einigen Fällen kann es sich als sinnvoll erweisen, die Lymphknoten und -gefäße zunächst zu öffnen, bevor der Masseur oder Physiotherapeut streichende Bewegungen ausführt.

    Durch die Manuelle Lymphdrainage können Ödeme behandelt und das Immunsystem gestärkt werden. Schwellungen entstehen nämlich insbesondere nach Operationen oder Verletzungen. In diesem Fall staut sich die Lymphflüssigkeit, sodass der betroffene Körperbereich anschwillt. Gleichzeitig führt eine ungünstige Lymphzirkulation zu einem gestörten Transport der Immunzellen, sodass der Betroffene unter Umständen häufiger erkrankt.

    Durch die MLD kann der Physiotherapeut Schwellungen reduzieren und die Immunabwehr fördern. Außerdem regt die Manuelle Lymphdrainage die Ausscheidung von Toxinen und Abfallprodukten an. Die Therapie kann vorbeugend und im Anschluss an Operationen oder Verletzungen durchgeführt werden und zielt auf ein starkes Lymphsystem ab.

    Wie lange hält der Effekt einer Lymphdrainage?

    Die Wirkung einer Manuellen Lymphdrainage hält circa 24 Stunden an. Aus diesem Grund verwendet der behandelnde Physiotherapeut oder Masseur Bandagen. Diese üben nach der Behandlung Druck auf die Arme oder Beine des Patienten aus und unterstützen den Effekt der Massagetechnik.

    Manuelle Lymphdrainage – mögliche Nebenwirkungen

    Nach der Lymphdrainage können Begleiterscheinungen auftreten. Neben kurzfristigen Schmerzen können Hämatome und Petechien beobachtet werden. Darüber hinaus kann die MLD zu einem gesteigerten Harndrang, Durchfall und Müdigkeit führen. Die Beschwerden treten in der Regel unmittelbar nach der Massageanwendung auf und verschwinden zeitnah.

    Wird die Lymphdrainage von der Krankenkasse bezahlt?

    Die gute Nachricht: Die Manuelle Lymphdrainage wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Denn die ganzheitliche Behandlungsmethode gilt als wirkungsvoll und wird seit Jahrzehnten eingesetzt.

    Dies trifft allerdings ausschließlich auf die Manuelle Lymphdrainage zu. Kommen Geräte zum Einsatz, übernehmen die Krankenkassen die Kosten der Behandlung nicht. Dies ist zum Beispiel bei der Intermittierenden Vakuumtherapie, kurz IVT, der Fall.

    Ein Hinweis: Die Manuelle Lymphdrainage zählt nicht zu den Standardangeboten der Physiotherapiepraxen. Schließlich benötigen die Physiotherapeuten eine Zusatzausbildung. Zudem vergüten die Krankenkassen die dreißigminütige MLD-Behandlung mit circa 25 Euro. Interessierte sollten deswegen die Angebote diverser Physiotherapiepraxen vergleichen.

    Welche Übungen regen den Lymphfluss an?



    Den Lymphfluss können Interessierte durch diverse Übungen und Sporteinheiten anregen. Dazu zählen unter anderem Reiten und Nordic-Walking. Denn durch die Bewegungen der Arme wird der Abtransport der Lymphflüssigkeit gefördert. Zusätzlich führt die Bewegung dazu, dass die Wadenpumpe und Muskel-Venenpumpe aktiviert werden.

    Folgende Sportarten sind zu empfehlen:



    Schwimmen: Indem das Wasser auf das Gewebe einwirkt, kann der Transport der Lymphflüssigkeit angeregt werden. Patienten mit venösen Beschwerden oder Lymphödem sollten jedoch darauf achten, dass die Wassertemperatur nicht zu warm ausfällt, da Hitze den Lymphfluss beeinflusst. Als optimal gelten Temperaturen unter 30 Grad Celsius.

    Yoga, Pilates und Atemübungen: Eine gezielte An- und Entspannung der Muskelgruppen beim Yoga oder Pilates kann die Aktivität des Lymphsystems fördern. Einen ähnlichen Effekt erzielen Betroffene durch Atemübungen, die ein tiefes Ein- und Ausatmen umfassen. Dabei nehmen Interessierte im Schneidersitz Platz und heben ihre Rippen mit den Armen leicht an. Dann atmen sie langsam und tief in den Bauch ein. Die Bauchdecke hebt sich. Anschließend atmen die Anwender langsam aus, lösen den Griff von den Rippen und ziehen den Bauch leicht an.

    Krafttraining: Die Lymphgefäße öffnen und schließen sich, um die Lymphe durch den Körper zu leiten. Physiotherapeuten bezeichnen dies als “Kontraktion”. Beim Krafttraining kontrahieren die Gefäße, sodass der Abtransport der Lymphflüssigkeit gesteigert werden kann.

    Das Fazit – den Lymphfluss aktivieren

    Die Manuelle Lymphdrainage (MLD) wird auch als lymphologische Physiotherapie bezeichnet. Die spezielle Massagetechnik kann präventiv oder unterstützende Maßnahme im Rahmen der Regeneration nach Verletzungen oder Operationen angewendet werden. Der Therapeut führt kreisende, streichende und pumpende Bewegungen auf der Haut des Patienten aus, um den Lymphfluss zu aktivieren. Danach legt der Physiotherapeut Bandagen an, um den Effekt der Anwendung zu verlängern.

    Allerdings bieten nicht alle Physiotherapiepraxen eine Lymphdrainage an. Denn diese erfordert eine zusätzliche Ausbildung. Wer eine MLD durchführen lassen möchte, sollte deswegen diverse Anbieter miteinander vergleichen. Die Kosten der MLD übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.