• Winterzeit: Patienten sagen kurzfristig Termine ab – Wie Physiotherapeuten wirtschaftlich klarkommen

    Der Winter bringt nicht nur kalte Nasen und glitzernden Schnee, sondern für Physiotherapeuten oft auch einen kalten Wind, der durch den Terminkalender fegt. Wenn die Temperaturen sinken und die Straßen glatt werden, häufen sich plötzlich die Absagen. Gründe dafür? Vielfältig. Ein verdorbener Magen, grippale Infekte, Covid, oder der Klassiker: ein unglücklicher Sturz auf dem glatten Gehweg. Dazu kommen Winterunfälle (oder gar eine Skidaumen-Verletzung kann sogar beim Schneeschiippen passieren) die zwar oft neue Patienten bringen, aber genauso viele geplante Termine ins Wanken bringen können.

    Das größte Problem dabei: Kurzfristige Absagen lassen sich nur schwer kompensieren. Ein leerer Behandlungsraum bedeutet keine Einnahmen, und die laufenden Kosten – von Miete über Gehälter bis hin zu den Heizkosten, die in dieser Jahreszeit besonders hoch sind – laufen unerbittlich weiter. Wie also kann man als Physiotherapeut wirtschaftlich durch diese schwierige Zeit navigieren, ohne dabei den Spaß an der Arbeit oder den finanziellen Boden unter den Füßen zu verlieren?

    Flexibilität ist das A und O in der Physiotherapie-Praxis

    Ein starrer Zeitplan mag in vielen Berufen funktionieren, in der Physiotherapie jedoch weniger. Gerade im Winter, wenn Unvorhersehbarkeiten zur Tagesordnung gehören, ist es wichtig, flexibel zu bleiben. Wenn ein Patient anruft und sagt: „Tut mir leid, ich habe die Grippe“, könnte man zunächst die Augen verdrehen – oder überlegen, ob es nicht einen anderen Patienten gibt, der spontan einspringen könnte. Viele Menschen sind flexibel und freuen sich, wenn sie einen früheren Termin bekommen. Ein gut geführter Kalender mit einer Liste von Patienten, die auf kurzfristige Termine warten, kann Wunder wirken.

    Absagegebühren als Balanceakt

    Ein heiß diskutiertes Thema in der Branche: Absagegebühren. Einerseits sind sie ein wirksames Mittel, um Patienten dazu zu bringen, Termine rechtzeitig abzusagen, andererseits will man natürlich keine unzufriedenen Kunden vergraulen. Die Lösung könnte in einer klaren, transparenten Kommunikation liegen. Wenn Patienten von Anfang an wissen, dass bei kurzfristigen Absagen – beispielsweise weniger als 24 Stunden vorher – eine kleine Gebühr anfällt, fühlen sie sich eher verantwortlich. Und falls doch jemand absagen muss, sollte die Gebühr moderat bleiben, um keinen Ärger zu provozieren.

    Prävention durch Kommunikation

    Manchmal sagen Patienten nicht ab, weil sie krank sind, sondern weil sie den Termin schlicht vergessen haben. Das lässt sich oft durch kleine Erinnerungen vermeiden. Eine kurze SMS oder E-Mail am Vortag, in der man freundlich an den Termin erinnert, kann wahre Wunder bewirken. Diese Maßnahme kostet wenig Zeit und sorgt dafür, dass weniger Patienten ohne Absage einfach nicht erscheinen.

    Zusatzangebote für Patienten schaffen

    Ein weiteres Mittel, um wirtschaftlich stabil zu bleiben, sind Zusatzangebote. Der Winter ist eine perfekte Zeit, um Workshops oder Gruppenkurse anzubieten – etwa zur Sturzprophylaxe, Mobilisation oder sogar entspannenden Übungen für die stressige Weihnachtszeit. Solche Kurse können nicht nur zusätzliche Einnahmen generieren, sondern auch neue Patienten in die Praxis locken. Wer weiß, vielleicht kommt der ein oder andere Kursteilnehmer später mit einer Überweisung zurück.

    Saisonale Planung Mitarbeiter, Urlaubsplanung

    Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Herausforderungen, und der Winter ist bekanntlich eine Zeit, in der mehr Absagen drohen. Ein vorausschauender Therapeut plant entsprechend. Warum nicht die Stoßzeiten des Winters nutzen, um selbst ein paar Tage Urlaub zu nehmen oder Fortbildungen zu besuchen? So lassen sich Leerlaufzeiten sinnvoll nutzen, und man startet erfrischt und mit neuen Ideen ins neue Jahr.

    Der menschliche Faktor - Take it easy!

    Am Ende bleibt die wichtigste Erkenntnis: Es geht um Menschen. Die Patienten, die absagen, tun dies in der Regel nicht, um den Physiotherapeuten zu ärgern, sondern weil sie sich unwohl fühlen oder wirklich nicht kommen können. Ein wenig Verständnis und Empathie sind in solchen Situationen Gold wert. Gleichzeitig darf man sich als Therapeut aber auch selbst nicht vergessen. Die Balance zwischen Professionalität und Menschlichkeit ist entscheidend, um langfristig wirtschaftlich und emotional gesund zu bleiben.

    Der Winter mag zwar seine Tücken haben, aber er bietet auch Chancen. Mit einer guten Portion Organisation, Kreativität und Gelassenheit kann man diese Zeit meistern – und vielleicht sogar neue Wege finden, die Praxis für die Zukunft noch besser aufzustellen.


    (Bild von CyberslayerUK auf Pixabay)