Hallo Anschi,
in vorliegendem Fall würde ich am ehesten vermuten, dass die gemachten Übungen nicht die richtigen waren, oder dass die richtigen Übungen nicht häufig genug oder nicht lange genug durchgeführt worden sind.
Die Bauchmuskulatur sollte immer auch statisch und idealerweise zusammen mit der LWS-Muskulatur trainiert werden, da im Alltag beide auch gemeinsam arbeiten müssen um dem Becken und der LWS genügend Stabilität zu geben.
Mach bei deiner Freundin mal folgenden Versuch:
Rückenlage, angestellte Beine, LWS in Neutralstellung (keinesfalls kyphosieren!). Nun soll deine Freundin versuchen einen Fuß nur einen Zentimeter (nicht mehr) von der Unterlage anzuheben und dabei das Becken in der waagerechten zu halten. Bei Insuffizienz der Bauch- und/oder Rückenmuskulatur kippt das Becken auf der Seite bodenwärts ab, auf der der Fuss angehoben wird.
Dieser "Test" eignet sich auch als Übung. Dabei natürlich im Seitenwechsel die Füsse anheben.
Für diese Übung braucht man viel Konzentration, das Fussanheben sollte ganz langsam gemacht werden und das Becken dabei stabil bleiben.
Zur Erhöhung des Schwierigkeitsgrades können die Beine weiter gestreckt werden = längerer Hebel
Tip: Patient soll seine Fingerspitzen auf der SIAS zur Kontrolle der Beckenbewegung legen.
Der Therapeut sollte die Aktivität der unteren LWS-Muskulatur und der Bauchmuskulatur deutlich fühlen können.
Andere Möglichkeit:
Sitz auf Stuhlkante, LWS in Lordose (vor allem L3-S1 =schön das Becken kippen), aufgerichtete Haltung, Füsse recht weit nach hinten stellen, Becken- und LWS-Stellung halten, durch Hüftflexion nach vorne beugen, bis der Körperschwerpunkt deutlich vor den Füßen liegt, und dann den Po (ohne Schwung!!!) nur einen Zentimeter anheben, Knie dürfen nicht in Valgusstellung ausweichen, und halten. Dabei darauf achten, dass die Lordose bleibt (kannst du gut an der Aktiviät der unteren LWS-Muskulatur sehen).
Das geht zwar auch in die Oberschenkel, das kann aber durch Erhöhung der Sitzfläche abgemildert werden.
Zu Beginn Oberkörper im Lot, später auch mit rotiertem Oberkörper.
Andere Möglichkeit:
mit Propriomed oder Body-Blade im Stand oder Sitz in korrigierter aufgerichteter Haltung üben, das Becken darf dabei nicht wackeln.
Richtig ausgeführt sind die drei genannten Übungen verdammt anstrengend.
Gruß von susn