-
Veronika83
Maisonneuve-Fraktur
Hallo,
Gibt es Leidensgenossen, die auch momentan mit einer Maisonneuve-Fraktur zu kämpfen haben oder schon wieder fit sind?
Freu mich über einen Austausch
LG Veronika
-
Schwester_Petra
Hallo Veronika83,
Du hattest ja schon vor über zwei Monaten geschrieben – und anscheinend bisher niemanden gefunden, der sich mit Dir zum Thema Maisonneuve-Fraktur austauscht. Das tut mir leid – denn gerade bei seltenen Verletzungen wie dieser ist der Austausch mit anderen Betroffenen oft Gold wert.
Ich bin zwar seit vielen Jahren nicht mehr aktiv als Physiotherapeut tätig und kann keine medizinische Beratung leisten, aber ich möchte Dir gerne aus physiotherapeutischer Sicht ein paar Gedanken mitgeben – vielleicht helfen sie Dir oder anderen, die still mitlesen.
Eine Verletzung mit vielen Fragezeichen
Die Maisonneuve-Fraktur ist zwar elegant französisch benannt, aber leider alles andere als elegant, wenn man sie sich zuzieht. Es handelt sich ja nicht nur um eine isolierte Fraktur am oberen Wadenbein, sondern meist um eine Verletzung der gesamten Sprunggelenks-Syndesmose – manchmal auch mit Beteiligung des Innenknöchels oder der Membrana interossea. Das macht die Nachbehandlung komplexer als bei einer „einfachen“ Knöchelfraktur.
Die größte Herausforderung: das Vertrauen in den eigenen Fuß
Viele Betroffene berichten in der Reha, dass sie gar nicht so sehr über Schmerzen klagen, sondern über das Gefühl: „Ich traue meinem Bein nicht mehr.“ Das liegt daran, dass die Stabilität des Sprunggelenks nach so einer Verletzung erst mühsam wieder erarbeitet werden muss – sowohl strukturell als auch propriozeptiv, also im Zusammenspiel zwischen Muskeln, Gelenken und Gehirn.
Was aus physiotherapeutischer Sicht besonders wichtig ist
• Geduld, Geduld, Geduld: Die Heilung von Band- und Syndesmosenverletzungen dauert. Selbst wenn die Fraktur längst verheilt ist, braucht die funktionelle Belastbarkeit oft Monate.
• Frühfunktionelle Mobilisation, soweit ärztlich freigegeben: Eine zu lange Ruhigstellung führt zu Muskelabbau und Bewegungseinschränkungen, die später mühsam wieder auftrainiert werden müssen.
• Gezieltes propriozeptives Training: Übungen auf instabilen Unterlagen, einbeiniger Stand, Therabänder – alles, was dem Gehirn hilft, die Stabilität des Sprunggelenks wieder „einzuprogrammieren“.
• Gangbildschulung: Viele schleichen oder kompensieren unbewusst nach Wochen der Teilbelastung – das muss aktiv korrigiert werden, sonst schleichen sich Fehlhaltungen ein.
• Zielgerichtete Belastungssteigerung: Zu früh zu viel ist riskant – zu lang zu wenig aber auch. Der Therapeut (oder die Therapeutin) muss immer wieder neu abwägen, was möglich ist.
Und das Wichtigste: Du bist nicht allein
Auch wenn es hier bisher ruhig geblieben ist: Du bist ganz sicher nicht die Einzige, die sich mit dieser Verletzung rumschlägt. Maisonneuve-Frakturen sind zwar nicht alltäglich – aber auch keine medizinische Rarität. Vielleicht meldet sich ja jemand, der das Ganze schon durchlebt hat und Dir Mut machen kann.
Ich wünsche Dir weiterhin eine gute Genesung, starke Nerven und einen Fuß, der Dir bald wieder das zurückgibt, was Du vermisst: Vertrauen, Stabilität und Freiheit.
Liebe Grüße!
(Ein Ex-Physio mit Verständnis für die Langstrecke der Reha)
⸻
Wenn Du willst, kann ich den Text auch kürzen oder anpassen – je nachdem, ob Du ihn in einem Forum posten willst oder direkt an Veronika senden.
Ähnliche Themen zu Maisonneuve-Fraktur
-
Antworten: 0Letzter Beitrag: 03.07.2024, 20:11
-
hallo, ich habe das mit der jahresverordnung...von aortaAntworten: 3Letzter Beitrag: 25.07.2016, 17:47
-
Antworten: 4Letzter Beitrag: 08.09.2008, 21:15
-
Antworten: 6Letzter Beitrag: 01.03.2008, 23:15
-
Antworten: 2Letzter Beitrag: 05.05.2005, 21:38
Auch wenn ich seit einigen Jahren nicht mehr aktiv in der Physiotherapie arbeite und natürlich keine individuelle Diagnose stellen kann, möchte ich Euch und allen still Mitlesenden – ein paar...